Eine Hommage an den Schuh, der die Jordan-Marke rettete

Einleitung:
Wir schreiben das Jahr 1988. Auf und ab über das Parkett bewegte sich ein junger Michael Jordan, der in seine dritte Saison bei den Chicago Bulls ging. Es ist Februar, der Beginn des mittlerweile 5. legendären All-Star Slam Dunk Contest, bei dem Atlanta Hawks -Star Dominique Wilkins sein peripheres Sehen einsetzt. Die Übergänge sind geschmeidig, und der lässige Schwung des Handgelenks bereitet seinen berühmten Dunk von der dritten Freiwurflinie vor, der ihm einen verblüffenden Sieg beschert. Und an seinen Füßen ein Paar Jordan 3, die seiner beständigen 50-Punkte-Herrschaft zur Seite standen.
Legendär im Namen und wegweisend für neues Court-Design war der Jordan 3 seiner Zeit im Jahr 1988 weit voraus. Verehrt für sein hochmodernes Design, das nicht nur Komfort auf dem Court bot, sondern zu einer größeren Institution unter Sneaker-Fans wurde.
35 Jahre später steht er noch immer laut und stolz als Sinnbild der Jordan-Linie da, und wir werfen einen kurzen Blick zurück auf die unbestreitbare Geschichte des Air Jordan 3. Also lehnt euch zurück und entspannt euch, denn es gibt eine Menge über den Schuh zu lernen, der die Jordan-Marke gerettet hat.

Zwei Jahre nach der goldenen Ära des Basketballs (1987) hatte sich für die Marke aus Beaverton eine herausfordernde Zeit ergeben. Da sich Peter Moore vom court-inspirierten Design abwandte, um sich mit Van Grack und adidas stärker auf performanceorientierte Modelle zu konzentrieren, ging das Zepter an einen damals jungen Designer über: Tinker Hatfield. Nach dem Erfolg des Air Max 1 und des Air Trainer 1 erhielt der aus Oregon stammende Designer nun das größte aller Projekte – die Entwicklung eines Air Jordan 3, der die Zeit überdauern sollte.
Bereits 6 Monate hinter dem Produktionsplan zurück und mit einem kritischen Michael Jordan, der seine Vertragsverlängerung mit Nike zu beenden erwog, musste Tinker Hatfield nach anderen Wegen suchen, um die Funktionalität der Marke zu verbessern.
Designprozess:
Beginnend mit dem Obermaterial nutzte Hatfield ein für die damalige Zeit sehr modernes Mid-Cut-Profil für den Basketballschuh, womit der Jordan 3 der erste Basketballschuh überhaupt mit diesem Design wurde. Feinnarbiges Leder wurde durch gewalktes Leder ersetzt, das im Vergleich zu seinen früheren Vorgängern einen abgetrageneren Look bot.

Der Swoosh wurde durch einen an der Ferse eingeprägten „NIKE AIR“-Schriftzug ersetzt, und ein grauer, elefantenlederartiger Print verlieh dem Schnürsenkelbereich und den unteren Seitenflächen eine völlig neue, moderne Ästhetik. Unter der Zwischensohle befand sich ein hochbelastbares, konturiertes Polyurethan-Fußbett, gepaart mit Hatfields innovativer durchgehender Air-Technologie, die Dämpfung vom Vorderfuß bis zur Ferse lieferte.
Ein weiteres Novum für das Jordan-Label war Hatfields Kreation des Jumpman-Logos, das seine kreative Inspiration von einem 1984 (von Jacobus Rentmeester aufgenommenen) Bild von Michael Jordan bezog, der für einen Dunk in die Luft springt. Er ahnte damals nicht, dass es später zum Emblem für viele kommende Modelle sowie zum Aushängeschild der gesamten Sportbekleidung der Marke werden würde. Da Michael Jordans Silhouette nun im Mittelpunkt der Marke stand, willigte er ein, seinen Vertrag mit Nike zu verlängern.
Im Laufe der Jahre hat der Jordan 3 einen generationenübergreifenden Hype erzeugt und sich seine Sporen durch eine Reihe lukrativer Werbepartnerschaften verdient, unter anderem mit Spike Lee, der seine extravagante, Jordan-besessene Figur Mars Blackmon wieder aufleben ließ, die er in seinem Film ‚She’s gotta have it‘ spielte. Er blieb 4 Jahre lang nach der Veröffentlichung des Jordan 3 das Gesicht der Jordan-Werbung und prägte einprägsame Slogans wie „It’s gotta be the shoes“.
Mit einer Reihe von prägenden Colourways über die gesamte Modellgeschichte hinweg werfen wir einen Blick zurück auf einige der legendärsten Jordan-3-Ausführungen aller Zeiten.
Air Jordan 3 ‚White Cement‘ (1988)
Jordan 3 'White Cement Reimagined' Bild mit freundlicher Genehmigung von @iamtcii
Retros: 1994, 2003, 2011, 2013, 2018, 2023 (Reimagined-Version)
Der Jordan 3 ‚White Cement‘ hat seit seinem ersten Court-Auftritt 1987 den Status eines Court-Grails erlangt. Sein glattes Leder, die minimalistischen weißen Colourways und die elefantenbedruckten Overlays boten die Leinwand für Größe auf dem Court.
Air Jordan 3 ‚Black Cement‘ (1988)
Jordan 3 'Black Cement' Bild mit freundlicher Genehmigung von @star_style01 via Instagram
Retros: 1994, 2001, 2008, 2011, 2018
Ein weiteres Meisterwerk von Tinker Hatfield, das eine Sneaker-Fangemeinde hervorgebracht hat. Der ‚Black Cement‘ wurde am berühmtesten an den Füßen von Jordan während des Slam Dunk Contest 1988 gesichtet.
Air Jordan 3 ‚Fire Red‘ (1988)

Retros: 2007, 2013, 2022
Der Air Jordan 3 ‚Fire Red‘ war eine weitere OG-Colourway, die während der Playoffs 1988 an MJs Füßen zu sehen war. In Anlehnung an sein Vorbild folgten die Retros von 2007 und 2013, bei denen die OG-Nike-Air-Logos gegen das Jumpman-Branding an der Ferse ausgetauscht wurden. Die Version von 2022 orientierte sich wieder an der OG-Machart mit dem wiederhergestellten „Nike Air“-Branding-Logo an der Ferse.
Air Jordan 3 ‘True Blue’ (1988)

Bild mit freundlicher Genehmigung der End Clothing Website
Retros: 2001, 2007, 2011, 2016
Tinker Hatfield beendete seine OG-Reihe an Veröffentlichungen mit der ‘True Blue’ Version. Dieser Schuh wurde von Jordan während seiner 13 Saisons bei den Bulls nicht getragen, war aber während seiner Karriere bei den Washington Wizards häufig an seinen Füßen zu sehen. Die Retro-Version von 2016 sah zudem die Rückkehr des ‘Nike Air’-Schriftzugs an der Ferse, der bei den Versionen von 2001, 2007 und 2011 durch das Jumpman-Branding ersetzt worden war.
Air Jordan 3 Retro ‘Mocha’ (2001)

Bild mit freundlicher Genehmigung von @real_tigger_42
Retros: 2018,2020,2022
Der Air Jordan 3 Retro ‘Mocha’ war das erste Nicht-OG-Colourway, das ohne einen Auftritt auf dem Court auf den Sneaker-Markt kam. Mit einer klaren weißen Basis, akzentuiert durch neu gestaltete ‘Mocha’-Overlay-Paneele. Dieses Juwel kehrte 2018, 17 Jahre nach seiner Veröffentlichung, zurück und blieb dabei relativ nah am ursprünglichen Aufbau. 2020 kehrte das Colourway erneut zurück, und 2022 veröffentlichte Nike eine ‘Dark Mocha’ Version, die sich weiterhin stark an der Originalversion orientierte.
Air Jordan 3 ‘Flip’ (2007)
Der Air Jordan 3 ‘Flip’ stieß 2007 zur Jordan-Familie und stach durch sein umgekehrtes Elefantenprint-Design hervor, das den Großteil des Obermaterials bedeckte. Die Rarität kehrte 2011 auch in einer komplett schwarzen Version zurück - perfekt für jeden eingefleischten 3s-Fan.
Air Jordan 3 ‘Doernbecher’ (2010)

Der Air Jordan 3 ‘Doernbecher’ war eine AJ3-Kollaboration, die wirklich unvergesslich war. In Zusammenarbeit mit dem OHSU Doernbecher Freestyle Programm wurde ein Design des 11-jährigen Cole Johanson umgesetzt, das alles andere als zurückhaltend war. Der Schuh kam in einer tonalen roten Basis daher, verziert mit Coles Namen, geschrieben zwischen den rautenförmigen Overlays. Das Design zollte damit dem OHSU Doernbecher Children’s Hospital echten Tribut.
Air Jordan 3 x Fragment Design (2020)

Die Kollaboration Air Jordan 3 x Fragment Design war ein bedeutender Meilenstein in der Streetwear-Mode, konzipiert vom kulturellen DJ Hiroshi Fujiwara. Mit dem ikonischen ‘Orca’-Farbschema, inspiriert von Fujiwaras früheren Arbeiten für Nike. Mit einem geschmackvollen, aber dezenten Aufdruck des Fragment-Logos zollte dieser AJ3 der Kunst und dem Geschäft der Streetwear Tribut und festigte Fujiwaras einflussreiche Rolle bei der Prägung der Sneaker-Kultur.
Air Jordan 3 ‘Wizards’ (2023)

Nach langer Wartezeit landete der Air Jordan 3 ‘Wizards’ 2023 endlich in den Regalen und würdigte damit Michael Jordans Debütsaison bei den Washington Wizards, einem Team, das er später besaß. Das Colourway vereint ‘White’, ‘True Blue’, ‘Metallic Copper’ und ‘Cement Grey’ und erinnert an das klassische ‘True Blue’, jedoch mit einem Twist - die Akzente wurden durch einen roten Jumpman und ‘Nike Air’-Fersen ersetzt, was einen nostalgischen OG-Touch verleiht.
Was ist eure liebste Air Jordan 3 Veröffentlichung aller Zeiten? Lasst es uns in den Kommentaren wissen
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